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Truppengattungen, Barettabzeichen und Waffenfarben

Die Bundeswehr ist in drei Teilstreitkräfte (Luftwaffe, Heer, Marine) und fünf militärische Organisationsbereiche (3 Teilstreitkräfte + Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst) unterteilt.

Mehr Informationen:
www.luftwaffe.de
www.deutschesheer.de
www.marine.de
www.streitkraeftebasis.de
www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de

Weiterhin ist das Heer und die Streitkräftebasis in Truppengattungen, und die Luftwaffe und die Marine in Verwendungsreihen gegliedert.

Unten stellen wir die einzelnen Truppengattungen mit ihren jeweiligen Barettabzeichen und -farben vor. Die Barettabzeichen sind mit der jeweiligen Barettfarbe unterlegt. Rechts daneben ist die sogenannte "Waffenfarbe" anhand des Kragenspiegels am Dienstanzug (Ausgehuniform) abgebildet. Sie kennzeichnet den militärischen Fachbereich dem der Träger angehört. Am Feldanzug tragen Soldaten des Heeres entsprechend farbige, schmale Aufziehschlaufen, sogenannte "Litzen".

Barettfarben
grün = Jäger, Panzergrenadiere, Wachbataillon
schwarz = Panzertruppe, Heeresaufklärer
korallenrot = Artillerie, Pioniere, Fernmelder, Fernmelder EloKa, Heereslogistiktruppen, ABC-Abwehr, Feldjäger, OpInfo
bordeauxrot = Fallschirmjäger, Kommando Spezialkräfte, Fernspäher, Heeresflieger
königsblau = Sanitätsdienst
marineblau = Objektschutz der Luftwaffe, Marineschutzkräfte, Multinationale Einheiten, Offizierausbildungseinheiten

Waffenfarben
jägergrün = Infanterie
rosa = Panzertruppe
hochrot = Artillerie
bordeauxrot = ABC-Abwehr
orange = Feldjäger
hellgrau = Heeresflieger
schwarz = Pioniere
mittelblau = Heereslogistiktruppen
königsblau = Sanitätsdienst
zitronengelb = Fernmelder, EloKa und OpInfo
goldgelb = Heeresaufklärer
weiß = Musikdienst


Die Truppengattungen des Heeres sind untergliedert in:

- Kampftruppen
- Kampfunterstützungstruppen
- Einsatz- und Führungsunterstützungstruppen

Die Kampftruppen
Barettfarbe und
-abzeichen
Waffenfarbe Aufgabenbereich

Jägertruppe
Sie ist als leichte, motorisierte Infanterie konzipiert. Jäger werden, ausgestattet mit leichten Waffen, zu Fuß in unwegsamem, bedeckten und/ oder durchschnittenem Gelände oder im Orts- und Häuserkampf eingesetzt, und durch leichte, teilweise schwimmfähige Fahrzeuge oder auch Luftfahrzeuge in den Einsatzraum verbracht.
Im Einsatzraum bekämpft die Jägertruppe, bedingt mit der Panzer- und der Panzergrenadiertruppe vorrangig feindliche Infanterie. Zum Kampf gegen gepanzerte Fahrzeuge ist sie mittels Panzerabwehrhandwaffen befähigt. Feuerunterstützung leisten die schweren Jägerkompanien mit ihren auf Waffenträgern beweglich gemachten Maschinenkanonen, Panzerabwehrlenkwaffen und Mörsern.

Fallschirmjäger
Die Fallschirmjägertruppe wird im Grundsatz wie die Jägertruppe eingesetzt. In Abgrenzung zur Jägertruppe sind sie besonders zur Heranführung durch die Luft per Fallschirmabsprung befähigt, können aber auch wie Teile der Jägertruppe mit Transporthubschraubern anlanden. Fallschirmjäger können daher überraschend an entscheidenden Gefechtsabschnitten oder im Rücken des Gegners operieren. Durch diese Fähigkeit bilden Fallschirmjäger häufig operative Reserven oder „Kräfte der ersten Stunde“, die überraschend Brückenköpfe bilden oder Schlüsselgelände nehmen, und dieses bis zum Eintreffen der nachrückenden Truppe halten können.

Gebirgsjäger
Sie tragen kein Barett sondern die graue Bergmütze mit dem Edelweiß.
Auch sie werden im Grunde ähnlich wie die Jägertruppe eingesetzt und sind ähnlich ausgerüstet. Gebirgsjäger sind befähigt, den Kampf unter extremen Bedingungen, wie extremer Witterung (mit Schwerpunkt Winter), im schwierigen und im urbanen Gelände, sowie den Einsatz im Gebirge und im Hochgebirge, in der Wüste und im arktischen Gelände zu führen. Im skizzierten Umfeld führt die Gebirgsjägertruppe den infanteristischen Kampf gegen feindliche Infanterie, bedingt mittels Panzerabwehrwaffen auch gegen gepanzerte Fahrzeuge. Die Versorgung erfolgt abhängig von Gelände, Witterung und Feindlage auch durch Tragtiere. Die Gebirgsjäger können durch die Heeresflieger auch in unwegsamem Gelände gelandet werden, und führen u.a. allein oder in Kleingruppen ohne weitere Unterstützung Spezialaufträge durch.

Kommando Spezialkräfte (KSK)
Das KSK ist eine militärische Spezialeinheit mit den Einsatzschwerpunkten Aufklärung, Terrorismusbekämpfung, Rettung, Evakuierung und Bergung, Kommandokriegsführung und Militärberatung. Das KSK untersteht truppendienstlich der Division Spezielle Operationen (DSO). Der Verband und seine Operationen unterliegen einer besonderen militärischen Geheimhaltung. Das Kommando wird aus bewährten Soldaten zusammengestellt, die geeignet sind, besondere Aufgaben bei der Bewältigung nationaler und internationaler Krisen und Konflikte zu lösen. Sie rekrutieren sich in erster Linie aus den als „grüne Verwendungen“ des Heeres bezeichneten Bereichen, wie Jäger, Fallschirmjäger und Gebirgsjäger die für Geiselbefreiungen und Kommandooperationen bereits vorausgebildet sind.

Panzertruppe
Sie ist die Schwerpunktwaffe des Heeres und wird überwiegend überraschend im Rahmen Entscheidung suchender Angriffsoperationen in großer Anzahl gegen feindliche Panzereinheiten aufgeboten. Sie wird meist in geschlossenen Verbänden gemeinsam mit Panzergrenadieren eingesetzt und soll durch schnelle, wirksame Erfolge dazu beitragen, die Initiative eines Gefechts zu gewinnen. Die Panzertruppe hat ihre Stärke im Angriff und in der Verfolgung, sie kann aber auch erfolgreich zur Verzögerung und in der Verteidigung eingesetzt werden. Hierbei ist es ihre Aufgabe, dem vorrückenden Feind durch Fortsetzung des Gefechts möglichst hohe Verluste beizubringen und eventuell durch Gegenangriffe in Flanke und Rücken wieder die Initiative zu gewinnen. Hauptwaffe der Panzertruppe ist der Kampfpanzer, der sich durch Feuerkraft, Panzerung und Beweglichkeit auszeichnet.

Panzergrenadiere
Sie sind als mechanisierte Infanterie konzipiert. Sie eignen sich aufgrund ihrer hohen Beweglichkeit und des Schutzes ihrer gepanzerten Gefechtsfahrzeuge besonders für den schnellen Wechsel zwischen auf- und abgesessener Kampfweise, um die Stoßkraft gepanzerter Truppen sicher- zustellen. Ihr Einsatz erfolgt daher meist im Verbund mit Kampfpanzern. Panzerabwehrwaffen ermöglichen der Truppe sowohl auf- als auch abgesessen die Bekämpfung feindlicher Kampf- und Schützenpanzer. Abgesessen kämpfen Panzergrenadiere vor allem auf urbanen Kriegs- schauplätzen oder dort, wo das Gelände stark durchschnitten oder bedeckt ist, so dass Panzer alleine nur schwer einsetzbar sind. Bei geeignetem Gelände werden abgesessene Panzergrenadiere durch Kampf- und Schützenpanzer verstärkt. Diese geben Feuerschutz, bekämpfen Kampfpanzer oder Feinde in Feldbefestigungen.

Die Kampfunterstützungstruppen
Barettfarbe und
-abzeichen
Waffenfarbe Aufgabenbereich

Artillerie
Die Artillerie ist Hauptträger des Feuerkampfes im Heer. Sie gibt den Kampftruppen unmittelbare Feuerunterstützung durch die Bekämpfung von Punkt- und Flächenzielen. Eigene und externe Aufklärungsmittel klären Ziele auch in der Tiefe des Raumes auf, die über große Entfernungen bei hoher Präzision bekämpft werden. In den Feuerkampf einbezogen werden auch die Aufklärungs- ergebnisse der Heeresaufklärungstruppe. Die Artilleriesysteme sind auf Gleisketten laufenden Selbstfahrlafetten verlastet. Dadurch ist die Artillerietruppe auch im Gelände mobil und in der Lage im Verbund mit den Kampftruppen zu wirken.

Pioniere
Sie fördern die Bewegungen der eigenen Truppen beim Überwinden von Minensperren, Gelände- und anderen Hindernissen. Sie sind befähigt zum Bau von Brücken über Gewässer oder Geländeeinschnitte, aber auch Feldlagern, Depots und Verkehrsinfrastrukturen, Abstell- und Lagerflächen, Brücken oder auch Start- und Landebahnen von Flugplätzen. Weitere Aufgaben sind das Räumen von Trümmern und Barrikaden. Sie unterstützen die Kampftruppen mit Sprengmitteln und hemmen durch Minen- oder Bausperren die Bewegungen des Gegners. Hierzu sind Pioniere in der Lage, mit Hilfe von Baumaschinen, Panzerabwehrminen und Sprengstoffen, Geländeabschnitte, Straßen und Brücken unpassierbar zu machen. Sie sind weiterhin ausgebildet Minen, Sprengfallen und Munition zu erkennen und unschädlich zu machen, und verbessern durch Feldbefestigungen den Schutz der eigenen Truppe und erhöhen dadurch deren Überlebensfähigkeit.

Heeresflieger
Sie ermöglichen mit ihren Hubschraubern die luftbewegliche Führung, Aufklärung, Kampf- und Einsatzunterstützung einschließlich des Personal-, Verwundeten- und Materialtransportes. Sie tragen auch zu Einsätzen der Spezialkräfte des Heeres bei. Mit ihren luftmechanisierten Kräften ist die Truppe zum eigenständigen luftbeweglich geführten Kampf in und aus dem bodennahen Luftraum über feindbesetztem Gebiet befähigt. Die schnelle Abfolge von Feuerkampf (u.a. auch Luftabwehr und Panzerjagd) sowie Transport von Infanteristen, Material und Versorgungsgüter über kurze oder mittlere Entfernungen sind die Stärken der Heeresfliegertruppe, die sich besonders bei schnell ablaufenden Operationen entfalten. Durch ihre Mobilität tragen Heeresflieger in besonderem Maße zum freien Operieren der Streitkräfte, insbesondere bei Operationen in der Tiefe, bei.

Die Einsatz- und Führungsunterstützungstruppen
Barettfarbe und
-abzeichen
Waffenfarbe Aufgabenbereich

Heeresaufklärer
In die Heeresaufklärungstruppe wurden die früher eigenständigen Panzeraufklärer, Fernspäher, Feldnachrichtenkräfte und Drohnenaufklärer der Artillerie zusammengefasst. Sie decken mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln alle Aspekte der taktischen Gefechtsfeldaufklärung ab und sichern so die Erstellung eines möglichst realen militärischen Lagebildes. Von besonderem Interesse sind unbekanntes Gelände, Verkehrswege, Sperren, militärische Einrichtungen und Informationen zur Stärke, Dislozierung und Marschrichtung feindlicher Truppen. Der Großteil der Heeresaufklärer ist dazu motorisiert und gewinnt Informationen im Vorfeld der eigenen Kampftruppe, teils auch hinter feindlichen Linien. Sie sind dazu mit besonderen optoelektronischen und anderen elektronischen Aufklärungsmitteln ausgerüstet. Zusätzlich verfügt die Truppe über Drohnen, die Aufklärung auch über große Entfernungen ermöglichen. Darüber hinaus können sie auch die Ergebnisse anderer Aufklärungsmittel ergänzen, vertiefen oder verifizieren.

Fernspäher
Die Fernspäher sind Teil der Heeresaufklärungstruppe und seit März 2008 keine eigenständige Truppengattung mehr! Fernspäher sind die infanteristischen Aufklärer im deutschen Heer. Sie sind zur direkten Unterstützung anderer Spezialkräfte sowie zur Gewinnung, Auswertung und Dokumentation von Informationen von besonderer Bedeutung bei Tag und Nacht befähigt. Ihr Einsatz kann tief hinter den feindlichen Linien, über einen längeren Zeitraum in allen Klimazonen über Land, Luft oder See erfolgen. Sie fungieren als spezialisierte Kräfte des Heeres und gehören damit zum Einsatzverbund der Spezialkräfte. Trotz ihrer Zugehörigkeit zur Heeresaufklärungs- truppe tragen die Fernspäher ein bordeauxfarbenes Barett. Damit soll ihre Luftlandefähigkeit und die traditionelle Herkunft sichtbar unterstrichen werden, da die Barettfarbe aller Luftlande- truppenteile bordeauxrot ist. Als Waffenfarbe tragen sie die der Heeresaufklärer.

Fernmeldetruppe
Sie richtet Fernmeldeverbindungen ein und betreibt diese. Die schnelle und sichere Übertragung von Meldungen, Informationen und Befehlen, ist eines der wichtigsten Elemente der unmittelbaren Kommunikation zwischen Führung und Kampftruppen. Die Fernmeldetruppe ist verantwortlich für den Betrieb des Kommunikations- und Informationsverbundes des Heeres. Sie ist daher verantwortlich für wesentliche Teile der Gefechtsstandinfrastruktur, und stellt mittels Draht, Funk, Richtfunk und Satellitenkommunikation die Verbindung zwischen Truppe und Führung her und übermittelt Nachrichten. Dazu zählen alle Sprechfunk-, Fernsprech-, Fernschreib-, Richtfunk-, Datenübertragungs-, Bildübertragungs- und Telefaxverbindungen. Die Elektronische Kampfführung ist ausdrücklich nicht Aufgabe der Fernmeldetruppe, sondern der Fernmeldetruppe EloKa. Die Fernmeldetruppe sichert aber mit passiven (elektronischen) Schutzmaßnahmen wie Verschleierung, Desinformation und Kryptographie die Sicherheit der übertragenen Informationen.

Nachschubtruppe
Sie ist wie die Instandsetzungstruppe Teil der Heereslogistiktruppen. Die Nachschubtruppe ist zuständig für Bereitstellung, Verwaltung, Ausgabe und Transport der von der Truppe benötigten Versorgungsgüter wie Waffen, Fahrzeugen und Gerät, Munition, Betriebsstoffen und Ersatzteilen sowie Verpflegung. Die Nachschubtruppe bildet Versorgungsketten, die von der Streitkräftebasis, die die Grundleistung der Versorgung im Frieden sicherstellt, über die Großverbände des Heeres bis direkt in die Versorgungsteileinheiten reichen. Auch die Umschlagpunkte und Depots werden maßgeblich durch die Nachschubtruppe eingerichtet und betrieben. Im Verteidigungsfall übernimmt sie auch die Zustellung der Feldpost und ist außerdem ggf. für den Abtransport von Beutematerial zuständig.

Instandsetzungstruppe
Sie ist wie die Nachschubtruppe Teil der Heereslogistiktruppen. Die Instandsetzungstruppe ist mitverantwortlich für die Wartung, Instandsetzung und Einsatzfähigkeit aller militärischen Ausrüstung. Darüber hinaus gewährleistet sie im Verteidigungsfall und auf Übungen die Feldinstandsetzung des gesamten Großgeräts (Waffen, Flugkörper und Fahrzeuge) und versetzt es in einen feldbrauchbaren Zustand. Weiterhin stellt sie die Ergänzung von Ersatzteilen und Versorgungsmaterialien sicher. Im Einsatzfall ist die Instandsetzungstruppe befähigt, ausgefallenes Großgerät auf dem Gefechtsfeld zu bergen und in dafür vorgesehenen mobilen oder ortsfesten Einrichtungen wieder einsatzfähig zu machen. Zum Führungspersonal der Instandsetzungstruppe zählen häufig Ingenieure, Kfz-Meister und weitere technisch ausgebildete Soldaten. Zu beachten ist, dass insbesondere die Heeresfliegertruppe über eigene Instandsetzungseinheiten für ihr Großgerät verfügt.

Sanitätsdienst Heer
Der Auftrag ist grundsätzlich deckungsgleich mit dem Auftrag aller Sanitätskräfte der Bundeswehr, nämlich die Gesundheit der Soldaten zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen. Dieses gilt insbesondere für Auslandseinsätze, in denen gesundheitliche Gefahren drohen, denen Soldaten im Inland nicht ausgesetzt sind. Es gilt die Maxime, den Soldaten im Falle einer Erkrankung, eines Unfalles oder einer Verwundung im Auslandseinsatz eine medizinische Versorgung zuteilwerden zu lassen, die im Ergebnis dem fachlichen Standard in Deutschland entspricht. Für den Sanitätsdienst des Heeres gelten im Besonderen folgende Aufträge: Sanitätsdienstliches Beraten, Planen und Koordinieren in Stäben des Heeres; sanitätsdienstliche Versorgung der DSO (Division Spezielle Operationen); und Lehr- und Ausbildungsaufgaben an den Truppenschulen des Heeres. Weiterhin sanitätsdienstliche Friedensversorgung von Auslandsdienststellen.

Truppengattungen der Streitkräftebasis:

Barettfarbe und
-abzeichen
Waffenfarbe Aufgabenbereich

ABC-Abwehrtruppe
Sie unterstützt alle anderen Truppengattungen bei den Abwehrmaßnahmen gegen atomare, biologische und chemische Kampfmittel und vergleichbarer natürlicher und industrieller Gefahrenstoffe. Hierzu verfügt sie über besondere Fähigkeiten im Selbstschutz, Brandschutz, Umweltschutz und Strahlenschutz. Sie klärt auf und analysiert durch elektronische Spür-, Mess- und Nachweisverfahren die Wirkung von ABC-Kampfmitteln, und erstellt diesbezügliche Prognosen und Beurteilungen zu deren Auswirkungen. Darüber hinaus berät sie die militärische und teilweise auch die zivile Führung in allen Fragen der ABC-Abwehr. Außerdem dekontaminiert sie Personal und Material, und kann verschmutztes, kontaminiertes und salzhaltiges Wasser zur Trinkwasserqualität aufbereiten. Die ABC-Abwehrtruppe unterstützt durch Desinfektion die Infektions- und Seuchenprävention, führt Hygienemaßnahmen durch und unterstützt damit die Gesundheitsvorsorge der Truppe besonders in zerstörter Infrastruktur und in Feldlagern.

Feldjäger
Sie unterstützen die Führung der drei Teilstreitkräfte als Militärpolizei vor allem durch militärischen Ordnungsdienst zur Aufrechterhaltung von Disziplin und soldatischer Ordnung. Sie führen Kontrollen in militärischen Liegenschaften durch und unterstützen die Wehrdienstgerichte und sonstige Justizorgane. Sie wirken beim Sammeln und Rückführen von Versprengten und von in Gewahrsam genommenen Personen und ggf. Kriegsgefangenen mit. Weitere Aufgaben sind der militärische Verkehrsdienst, wie z.B. Verkehrsregelung und Begleiten und Kontrolle von militärischen Gefahrgut- oder Großraumtransporten, und Erhebungen und Ermittlungen z.B. bei Unfällen und Straftaten. Bei der Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben werden Feldjäger eingesetzt, um Straftaten gegen die Bundeswehr zu verhindern und rechtswidrige Störungen der dienstlichen Tätigkeit zu beseitigen. Feldjäger leisten außerdem Personen- und Begleitschutz für gefährdete Bundeswehrangehörige.

Truppe für Operative Information
Der Ausdruck Operative Information (Abk. OpInfo) umfasst alle Methoden und Maßnahmen zur Beeinflussung des Verhaltens und der Einstellung von gegnerischen Streitkräften sowie fremder Zivilbevölkerungen im Rahmen militärischer Operationen. Wichtigste Unterscheidung im Selbst- verständnis der OpInfo zum Prinzip der psychologischen Kriegführung ist die Tatsache, dass die OpInfo, will sie langfristig funktionieren, nur nachprüfbare Informationen verbreiten soll. Ansonsten, so die offizielle Doktrin der Bundeswehr, würde sie, und mit ihr auch die gesamten Streitkräfte im Einsatzland, ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Ziel der OpInfo ist es, das Agieren der eigenen Streitkräfte zu erleichtern. Hierzu nutzt sie Erkenntnisse der Kommunikationswissenschaft, der Werbung und der Public Relations. Verwendet werden Massenmedien aller Art (Hörfunk, Fernsehen, Lautsprecheraufrufe, Handzettel, Plakate, Zeitungen, Give-aways, E-Mails, SMS, Gesprächsmedien usw.).

Fernmeldetruppe EloKa
Sie ist speziell für die elektronische Kampfführung (EloKa) zuständig. Mittels hochempfindlicher Empfangsgeräte werden durch geeignete Messverfahren feindliche Funkabstrahlungen erfasst, aufgezeichnet und ausgewertet sowie deren Quelle ermittelt, um daraus abgeleitet geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können (z. B. Luftwaffeneinsatz, Artillerie-Schlag). Die so gewonnenen Informationen können über Stärke, Position und Pläne des Gegners Aufschluss geben. Durch das Stören der Signale des Gegners wird dieser in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Mittel hierzu sind z.B. Falschzieldarstellungen, Geräteausfallsimulation und das Übersteuern der gegnerischen Prozessdatenverarbeitung. Das Aufgabenspektrum des elektronischen Kampfes umfasst auch Maßnahmen, feindliche EloKa-Verbände davon abzuhalten, die eigenen Aus- strahlungen zu erfassen oder zu stören.

Militärmusikdienst
Er repräsentiert die gesamte Bundeswehr nach innen und außen. Zum Repertoire gehören die zeremonielle Militärmusik ebenso wie konzertante klassische Musik und moderne Rock- und Popmusik. Die entsprechenden Musikkorps üben z.B. den protokollarischen Dienst in Bonn und Berlin aus, und treten bei Konzerten im In- und Ausland auf. Die Big Band der Bundeswehr ist auf Show- und Unterhaltungsmusik spezialisiert. Die übrigen Musikkorps versehen ihren Dienst innerhalb der Truppe bei Truppenzeremoniellen, Bällen und in den Einsatzländern der Bundeswehr. Sie treten bei Konzerten und Musikfesten in der Öffentlichkeit auf und haben ebenfalls zahlreiche Auftritte im Ausland. Aufgrund der sehr guten Ausbildung der Musiker haben die deutschen Musikkorps ein sehr hohes Niveau. Die Militärmusik Deutschlands genießt deshalb auch international einen hervorragenden Ruf. Anmerkung: Die einzelnen Musikkorps haben keine eigene Barettfarbe, sondern tragen immer die des jeweils übergeordneten Truppenteils.

Weitere spezielle Truppengattungen, Verwendungsreihen und multinationale Einheiten:

Barettfarbe und
-abzeichen
Waffenfarbe Aufgabenbereich

Das Wachbataillon des Bundesministeriums der Verteidigung
Das Wachbataillon ist der Verband der Bundeswehr für protokollarische Einsätze. Ausstattungs- und gliederungstechnisch handelt es sich beim Wachbataillon originär um einen infanteristischen Truppenteil. In dieser Eigenschaft ist es im Verteidigungsfall zur Sicherung des Verteidigungs- ministeriums und der Mitglieder und Objekte der Bundesregierung verantwortlich. Aufgrund der öffentlichkeitswirksamen repräsentativen Aufgaben und der daraus resultierenden Medienpräsenz gehört das Wachbataillon zu den bekanntesten Truppenteilen der Bundeswehr. Das Wachbataillon nimmt allerdings – im Gegensatz zu Repräsentationseinheiten anderer Staaten wie beispielsweise der britischen Garde – nicht an militärischen Einsätzen im Ausland teil, denn das Bataillon ist durch die hohe Zahl an protokollarischen Einsätzen in Deutschland regelmäßig voll ausgelastet. Wahlspruch des Bataillons: "Semper talis" ("Immer gleich" oder auch "Immer vortrefflich").

Objektschutz der Luftwaffe
Er umfasst die Aufgabe, Objekte der Luftwaffe sowohl im passiven als auch im aktiven Objektschutz vor Schaden zu bewahren. Das schließt den Schutz stationärer Anlagen (z. B. Militärflugplätze, Kasernen, Depots) und mobiler Kräfte der Luftwaffe (z. B. Flugabwehrraketen-Einheiten im Einsatz) gegen ein breites Spektrum von Bedrohungen ein. Hierfür werden vor allem (aktive und mobilmachungsabhängige) Infanterie-, Flugabwehr-, ABC-Abwehr-, Brandschutz-, Kampfmittelerkundungs-, Kampfmittelbeseitigungs- und Pionierkräfte vorgehalten. Die Einsatz- kräfte des Objektschutzes sind vorwiegend im Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ und der Luftwaffensicherungsstaffel „S“ des Jagdbombergeschwader 33 zusammengefasst. Des Weiteren gehören die Soldaten der Luftwaffenanteile des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung einheitlich zum Dienstbereich Objektschutz der Luftwaffe.

Keine

Marineschutzkräfte
Die Marineschutzkräfte sind ein infanteristischer Verband der Deutschen Marine in Bataillonsstärke. Sie schützen und unterstützen die Einheiten der Marine, deren Einrichtungen und andere Objekte gegen Angriffe terroristischer Kräfte, um die Überlebensfähigkeit der Angehörigen der Bundeswehr, die Funktionsfähigkeit wichtiger Infrastruktur und die Durchsetzungsfähigkeit eigener Kräfte zu sichern. Die Marineschutzkräfte sind an Land, im Bereich von Häfen, Reeden und küstennahen Gewässern tätig. Sie wirken mit ihren Mitteln insbesondere im Verbund mit anderen See- und Seeluftstreitkräften und sind auf enge Zusammenarbeit angewiesen. Dies schließt einen streitkräfte-gemeinsamen oder multinationalen Einsatz ein.

Der jeweiligen
Truppengattung
entsprechend

Eurokorps
Das Eurokorps ist ein multinationaler militärischer Großverband der Staaten Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien und Luxemburg (Rahmennationen), der allen Mitgliedsstaaten der EU und NATO assoziierten Staaten offensteht. Zu Ausbildungszwecken nimmt auch das polnische Heer in Brigadestärke am Eurokorps teil und wird 2016 die sechste vollwertige Rahmennation werden. Das Korps stellt Kräfte für EU- und NATO-Missionen, u. a. für die schnelle Eingreiftruppe der NATO. Es wird u.a. für die Kommunikation mit der EU und der Nato gebraucht, ebenso für die Vorbereitung und Durchführung von Übungen oder Operationen als Krisenreaktionskräfte (NATO Response Force) wie z.B. in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo und in Afghanistan.

Deutsch-Französische Brigade
Die Deutsch-Französische Brigade (französisch: brigade franco-allemande ) ist eine rund 6.000 Mann starke binationale Infanteriebrigade aus französischen und deutschen Truppen. Die Brigade ist Teil des Eurokorps, dessen Verbände als schnelle Eingreifverbände mit der Befähigung für friedenserzwingende Operationen eingesetzt werden können. Die Brigade besitzt zur Erfüllung des Auftrages schnell luftverlegbare Vorauskräfte. Sie ist außerdem befähigt, weitere Verbände aus den Mitgliedsländern des Eurokorps aufzunehmen, und stellt zeitlich begrenzt Kräfte für die NATO Response Force (schnelle Eingreiftruppe) sowie für die EU Battlegroup und dient als Initial Entry Force Capability (IEFC) des Eurokorps. Das Motto der Brigade lautet „Dem Besten verpflichtet“ oder französisch „Un devoir d’excellence“. Das Verbandsabzeichen der Brigade enthält in stilisierter Form die Flaggen Deutschlands und Frankreichs, die sich als Zeichen der deutsch-französischen Verbundenheit die gemeinsame Wappenfarbe Rot teilen.

Der jeweiligen
Truppengattung
entsprechend

I. Deutsch-Niederländisches Korps
Das I. Deutsch-Niederländische Korps ist ein multinationaler Verband mit zwölf beteiligten Nationen. Federführend sind das deutsche und das niederländische Heer. Das Hauptquartier des Korps, das unter anderem aus dem I. Korps der Bundeswehr hervorging, befindet sich im westfälischen Münster. Das Korps ist eines der schnell verlegbaren Hauptquartiere (Rapidly Deployable Corps Headquarters) des NATO-Hauptquartiers SHAPE. In dieser Eigenschaft ist das Korps befähigt, multinationale Missionen wie z.B. ISAF zu führen. Turnusgemäß stellt das Korps außerdem Kräfte für eine bis zu 40.000 Mann starke schnelle Eingreiftruppe der NATO. Die jeweiligen nationalen Truppenteile werden truppendienstlich weiterhin national geführt, für den deutschen Anteil bedeutet das eine Führung durch das Kommando Heer.
Auf dem Barettabzeichen ist das Motto des Korps „Communitate Valemus“ (Gemeinsam sind wir stark) eingraviert.

Der jeweiligen
Truppengattung
entsprechend

Der jeweiligen
Truppengattung
entsprechend

Multinationales Korps Nord-Ost
Das Multinationale Korps Nord-Ost ist das aufgrund eines Beschlusses zwischen Dänemark, Polen und Deutschland aufgestellte gemeinsame militärische Hauptquartier, das am 18. September 1999 in Stettin in Dienst gestellt wurde. Anders als die ursprünglich als Großverband konzipierte Ebene des Korps, dem mehrere Divisionen unterstellt waren, zählt das Multinationale Korps Nord-Ost zu den schnell verlegbaren Hauptquartieren (Rapidly Deployable Corps Headquarters) des NATO-Hauptquartiers Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE).
Die Hauptaufgaben des Korps sind: Verteidigung des Nato-Bündnisraumes, friedenserhaltende oder -schaffende multinationale Einsätze, und Rettungseinsätze und Katastrophenhilfe. Dazu ist das Korps in der Lage, als NATO Deployable Headquarters einen multinationalen Einsatz wie ISAF zu führen.
Am Stab des Korps sind neun NATO-Bündnispartner beteiligt, federführend und Truppensteller sind aber die drei Gründungsnationen Deutschland, Dänemark und Polen. Die einzelnen Truppenteile sind national geführt und unterstehen nur im Bedarfsfall dem multinationalen Korpskommando. Die deutschen Anteile werden also, solange der Bedarfsfall nicht eingetreten ist, weiterhin vom Kommando Heer geführt. Die Führungsstellen sind unter den drei federführenden Ländern gleichgewichtig aufgeteilt. Das Korps ist nicht ständig voll präsent, sondern nur außerhalb von Einsätzen als Stab aufgestellt.

Ehemalige und mittlerweile aufgelöste Truppengattungen
Barettfarbe und
-abzeichen
Waffenfarbe Aufgabenbereich

Panzerjäger
Die Panzerjägertruppe diente speziell der Abwehr feindlicher Panzer, und wurde 1956 aufgestellt. Sie setzte anfangs die US-Panzer M41, M47 und M48, sowie die drahtgesteuerte Rakete SS-11 auf Schützenpanzer HS30 und die Panzerabwehrlenkrakete 810 auf LKW 0,25 t ein. Ende der 1960er Jahre wurden diese durch den Kanonenjagdpanzer und den Raketenjagdpanzer 2, sowie in den 1970er- und 1980er-Jahren durch den Raketenjagdpanzer Jaguar 1 und 2 abgelöst. 1992 erhielten die Panzerjäger ein eigenes Barettabzeichen und gehörten wie die Panzertruppe, Panzeraufklärer und Panzergrenadiere zu den gepanzerten Kampftruppen des Heeres. Waffenfarbe der Panzerjäger war anfänglich grün, später rosa. Das Barett war schwarz. Damit entsprach die Farbkombination der der Panzertruppe. Mit der Abschaffung des Jaguar 2 im Jahr 1996, und des Jaguar 1 im Jahr 2005 wurde die Panzerjägertruppe als Truppengattung 2006 aufgelöst. Ihr Auftrag wird heute von Panzerabwehrhubschraubern sowie der Panzergrenadiertruppe übernommen.

Panzeraufklärer
Panzeraufklärer waren die mechanisierten und gepanzerten Aufklärungstruppen des deutschen Heeres. Ihre Hauptaufgabe war das Aufklären feindlicher Kräfte und die Erkundung unbekannten Geländes. Hierzu waren die schweren Panzeraufklärungskompanien auch mit Kampfpanzern Leopard 1 ausgerüstet um im Bedarfsfall das Aufklärungsergebnis auch durch Kampf erzwingen zu können.
Die Panzeraufklärungstruppe wurde Anfang 2008 aufgelöst und ist seit März 2008 in der Heeresaufklärungstruppe aufgegangen. Ihr Hauptwaffensystem war zuletzt der Spähpanzer Luchs, welcher ebenfalls außer Dienst gestellt wurde.

Topographietruppe
Sie war ein Teil des Militärgeographischen Dienstes, und unterstützte das Heer, seine Stäbe und alle Einheiten (Jäger, Artillerie, etc.) mit der Beschaffung, Herstellung, Verteilung oder Vervielfältigung von Karten, Plänen, Luftbildern, etc. sowie mit Vermessungsdienstleistungen. Sie war somit eine Waffengattung der Führungstruppen. Sie trug aus traditionellen Gründen die Waffenfarbe der Artillerie, besaß jedoch ein eigenes Barettabzeichen. Die Topographietruppe wurde ab 2002 – mit der Fusion des Militärgeographischen Dienstes mit dem Geophysikalischen Beratungsdienstes der Bundeswehr zum Geoinformationsdienst der Bundeswehr – aufgelöst.

Heeresflugabwehrtruppe
Die Heeresflugabwehrtruppe war eine Truppengattung im Heer und zählte zu den Kampf- unterstützungstruppen. Aufgabe der Heeresflugabwehr war die landgebundene Abwehr feindlicher Flugkörper im Nah- und Nächstbereich. Hauptwaffensystem der Heeresflugabwehrtruppe war zuletzt das leichte Flugabwehrsystem Ozelot, bis 2010 auch noch der Flak-Panzer Gepard 1A2. Mit einem Großteil der Aufträge der Truppengattung wurde die Luftwaffe betraut. Die Heeres- flugabwehrtruppe wurde am 12. März 2012 außer Dienst gestellt. Die Truppenteile wurden bis Ende 2012 vollständig aufgelöst.

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